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Vergleichende KognitionZahlenverständnis bei Katzen und Hunden – Wer ist die bessere Mathematikerin?
Katzen können Mengen unterscheiden – aber nicht so gut wie Hunde. Eine neue Studie zeigt: Der Unterschied liegt nicht an der Intelligenz, sondern an der Evolution.
Forscher der Universität Barcelona zeigten 26 Katzen und 28 Hunden zwei Schüsseln mit unterschiedlichen Futtermengen. Hunde wählten die größere Portion konsistent. Katzen taten das nicht. Ein zweiter Test mit unterschiedlichen Schüsselformen, aber identischer Menge, brachte völlig neue Muster zutage – Katzen achten offenbar mehr auf Oberfläche und Verteilung als auf die absolute Zahl. Die Autorinnen erklären den Unterschied evolutionär: Hunde mussten in Gruppen Ressourcen teilen, Katzen jagten ihre Beute einzeln.
Was bedeutet das für Dich?
Es ist kein Zeichen mangelnder Intelligenz – es zeigt, dass Intelligenz spezialisiert ist. Trainingsmethoden, die bei Hunden funktionieren, scheitern bei Katzen oft genau aus diesem Grund.
QuelleSolé Pi, M. et al. – PLOS ONE (2025)
Kontrollierte StudieUnsauberkeit bei Katzen – warum es fast nie an der Toilette liegt
Eine große Befragung mit über 1.200 Halter:innen räumt mit einem Mythos auf: Die Toilette ist selten das Problem. Stress, Konflikte und versteckte Schmerzen sind die Hauptursachen.
Das Forschungsteam analysierte 1.247 Fälle von Unsauberkeit. In nur 14 % war die Toilette selbst (Standort, Streu, Sauberkeit) ursächlich. In 61 % der Fälle ließen sich soziale Spannungen mit anderen Katzen, Umzüge oder neue Familienmitglieder als Auslöser identifizieren. Bei 38 % wurden begleitend medizinische Befunde – meist Harnwegs- oder Schmerzprobleme – diagnostiziert. Die Autoren plädieren für ein systematisches Vorgehen: erst Tierarzt, dann Verhaltensanalyse, zuletzt Toilettenmanagement.
Was bedeutet das für Dich?
Wer bei Unsauberkeit zuerst die Streu wechselt, behandelt meist das Symptom. Eine ruhige, schmerzfreie Katze mit klaren Rückzugsräumen pinkelt nur selten daneben.
QuelleHeath, S. et al. – Journal of Feline Medicine and Surgery (2025)
Survey-Studie03
Instinkte & JagdverhaltenWie viel Beute bringt Deine Katze wirklich nach Hause?
GPS-Tracker und Kamerafallen zeigen: Was bei Dir auf der Fußmatte landet, ist nur ein Bruchteil dessen, was Deine Katze tatsächlich erbeutet.
Eine britisch-australische Forschungsgruppe stattete 232 Freigängerkatzen mit GPS- und Aktivitätstrackern aus und kombinierte die Daten mit Beuteberichten der Halter. Im Schnitt brachten Katzen nur 23 % ihrer Beute nach Hause. Männliche Kater jagten signifikant mehr als Kätzinnen, junge Katzen mehr als ältere. Spannend: Katzen, die täglich strukturiertes Spiel mit Federangel oder Beute-Imitation bekamen, jagten draußen messbar weniger – ohne dass ihr Bewegungsradius schrumpfte.
Was bedeutet das für Dich?
Spielen ist keine Beschäftigungstherapie, sondern ein Ventil für echten Jagdtrieb. Zehn Minuten gezieltes Spiel pro Tag können messbar Beute reduzieren.
QuelleMcDonald, J. & Crowley, S. – Animal Conservation (2025)
Kontrollierte Studie